WTF? Energy Drink

Maurice 24. April 2013 0
WTF? Energy Drink
  • Geschmack
  • Geruch
  • Design
  • Effekt

Kommen wir nun zu einem weiteren Energy Drink, der versucht, sich aus der Masse hervorzuheben. Wir sind in den letzten Wochen auf eine Neuheit gestoßen, die uns zugleich belustigte und vor Fragen stellte: Ist dieses Getränk wirklich ernst zu nehmen und wenn ja, ist es konkurrenzfähig?
WTF? Energy Drink soll das Spiegelbild der heutigen Jugend sein, die ihre Zeit online verbringt, schneller lebt und damit auch die Sprache verhunzen lässt. „WTF?“ ist die Abkürzung für „What the fuck?“ und steht für einen Ausdruck der Verwunderung oder der Ungläubigkeit über ein Geschehnis.
Das Konzept der Firma ist uneindeutig, denn man schwebt zwischen zwei verschiedenen Welten: Das Besondere an diesem Produkt ist nämlich das darin enthaltene Blattgold (23 Karat) anstelle des Zuckers, das das Ganze hochwertiger wirken lassen soll. Auf der anderen Seite der Name aus dem Internetjargon, der ganz und gar nicht in die gehobene Klasse gehört; den Effekt der Verwunderung hat das Produkt schon einmal erreicht.
Zum Inhalt kann man sagen, dass zwar auf Zucker verzichtet wurde (welcher eigentlich ein nicht geringer Faktor bei der Energy Drink- üblichen Leistungssteigerung ist), man aber immer noch auf Koffein (32mg/100ml) und Taurin (0,4%) zurückgreifen kann, sowohl als auch auf Ginseng, welches hauptsächlich eher stimulierend wirkt als zum Geschmack beiträgt – dieser soll dann von einer dezent fruchtigen Brombeere dominiert werden.

Geschmack

Auch wenn Kohlensäure enthalten ist, hält diese sich so im Hintergrund, dass man fast sagen kann, sie ist nicht existent. Die Brombeere als dezent zu bezeichnen ist (noch) gut ausgedrückt, denn auch sie hält sich zurück und lässt den Genießer an eine Art Volvic-Wasser mit ganz leichter Fruchtnote denken, die im Abgang bitterer wird.
Die Blattgoldflocken sind kaum bemerkbar und lösen sich im Mundraum auf.

Geruch

Wie zu erwarten, findet man auch hier keine besonderen intensiven Gerüche, die Brombeere setzt sich allerdings etwas mehr durch und zeigt, dass sie auch ihren Teil zum Getränk beitragt.

Erwartungen

Die Kombination aus „zuckerfrei“ und „durchsichtig“ ließ schon auf das eben genannte schließen, allerdings war man doch davon ausgegangen, dass das Dezente doch mehr Zeichen setzt.

Effekt

An dieser Stelle muss noch einmal erwähnt werden, dass ein Teil des Energy Drink- Effektes auch auf Psychologie beruht und der Eindruck des Getränkes dabei eine Rolle spielt. WTF? liefert bei ordentlicher Kühlung eine angenehme Erfrischung, ein richtiger Hallo-Wach-Effekt lässt auf sich warten.

Design

Das Design ist der Höhepunkt des Testes. Wie im Intro schon angeführt, bewegt man sich mit dem Namen und dem Blattgold auf zwei verschiedenen Ebenen. Konzentriert man sich aber ganz allein nur auf das Äußerliche, so haben wir ein sehr schlichtes, nobles schwarzes-durchsichtiges Etikett mit weißer Beschriftung („WTF?“), von dem sehr schnell abgelenkt wirkt: Schüttelt man die Flasche, so fliegen die goldenen Flocken hin und her und erzeugen ein Schneekugel-Feeling.

WTF?

Fazit

Die Bezeichnung „Energy Drink“ ist an dieser Stelle vielleicht ungünstig gewählt. Unter dem Namen „Koffeinwasser“ ließe es sich bestimmt besser verkaufen, zumal es wirklich nicht mehr als das ist.
Ansonsten gibt der Inhalt nicht sehr viel her; daran kann man bei der Herstellung noch feilen, auch wenn es schwierig ist, ohne Zucker einen angenehmen Geschmack zu produzieren. Das im Wasser schwebende Gold allerdings ist eine wahre Augenweide, deswegen ist es auch eher ein Stück für die Sammlung als für den Genuss.

Nachtrag

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass der Goldzusatz in derartigen Getränken in der EU nicht erlaubt ist, weswegen man gezwungen war, das Produkt wieder vom Markt zu nehmen. Aktuell ist man auf der Suche nach Abnehmern in Amerika.

VN:F [1.9.22_1171]

Geschmack
Geruch
Design
Preis-Leistung
Rating: 6.1/10 (4 votes cast)

WTF? Energy Drink, 6.1 out of 10 based on 4 ratings

UA-22935193-15

WTF? Energy Drink

von Maurice Lesezeit 3 min
0