28 Black goes classic

Maurice 27. August 2013 2
28 Black goes classic

„Der klassische Geschmack erfreut sich steigender Nachfrage“ – so ähnlich formuliert 28 Black ihre Begründung zu ihrem neusten Schritt: Nachdem man vorher jahrelang darauf verzichtet hatte und relativ gut mit einem Portfolio aus den Geschmäckern Açai und Açai zuckerfrei gewirtschaftet hatte, entschied man sich nun dazu, auch den „klassischen Geschmack“ mit ins Sortiment zu nehmen.

28 Black Classic soll keinesfalls der Hauptgeschmack sein, wie es der reguläre Red Bull in seinem Spektrum ist, sondern die Range nur erweitern. Dabei wird auf den leistungssteigernden und energy-typschischen Inhaltsstoff Taurin verzichtet, und auch künstliche Farb-und Konservierungsstoffe sollen in der Dose nicht zu finden sein. Und weil man dem alten Muster weiter folgt, wurde als Farbe für die Dose eine Mischung aus Schwarz und Weiß gewählt: Grau.

28 Black Classic

Nun finden sich nach dieser Bekanntgabe sicherlich einige Pro-und Contra-Argumente.

„Wo bleibt die Abgrenzung?“

Einige User auf Facebook finden, dass der Name „Classic“ in diesem Fall irreführend sei, da für sie der Açai-Geschmack klassisch ist. Auch Neukunden könnten in diesem Falle denken, dass die graue Dose Tonangeber der Marke sei, ganz entgegen dem, was man offiziell verlauten ließ.
Weiterhin ist ein beliebtes Thema die Abgrenzung zu Red Bull und allgemein der Konkurrenz, die in diesem Fall nicht mehr gegeben ist. 28 Black war für Einige bisher eine Marke, die durch Eigenständigkeit beeindruckte und nun anscheinend dem steigenden Druck der Konkurrenz nachgeben muss, um vielleicht wirtschaftlich auch besser dazustehen. Dass die Marke eben gerade wegen ihrem eigenen Geschmack gekauft wurde und sich deswegen einer gewissen Beliebtheit erfreute, erscheint manchen Kommentatoren in der Geschäftsführung gar nicht bedacht worden zu sein.

Alle Wege führen in die Stierkampfarena

Aus diesen Argumenten ergibt sich aber etwas viel Weitreichenderes: Wenn eine Marke diesen Rufes und diesen Erfolges offen preisgibt, dass sie sich dem klassischen Geschmack beugen müssen, bedeutet das im Umkehrschluss, dass Red Bull als Grundleger mittlerweile schon einen solchen Einfluss hat, dass sie den Markt mit äußerster Bestimmtheit dominieren und für Konkurrenz und fruchtige Abwechslung kaum Platz lassen.
Ferner scheint sich der rote Bulle wirklich schon als Geschmack durchgesetzt zu haben, denn bisher gab es keine Bezeichnung außer „Gummibärchen-Geschmack“, die dieses Aroma passend beschreiben konnte; die Worte „klassischer Geschmack“ sagen im Prinzip auch nichts anderes aus als „das, was Red Bull geprägt hat“.

Wirtschaftlich sinnvoll?

Vom Negativen ins Positive: Möglicherweise ist diese Entscheidung aber auch ein richtiger Schritt, um die Marke 28 Black wachsen zu lassen: Durch ihr festes Standbein im Business ist abzusehen, dass mit dieser Erneuerung sofort mehr Umsatz erzielt wird, als zum Beispiel eine kleine Marke es tun könnte, die nur diesen einen Flavour im Angebot hat und damit eine unter vielen ist.
Aus wirtschaftlicher Sicht ist aber zu beachten, dass eine Dose 28 Black Classic genau so viel kostet wie eine Dose Red Bull; im Zweifelsfall wird dann wohl eher zu Zweiterem gegriffen und es ist auch nicht ganz unwahrscheinlich, dass einige treue Fans aus oben genannten Gründen zu anderen Marken überlaufen.

Schlussendlich ist zu sagen, dass die Beweggründe zwar nachzuvollziehen sind, auch wenn sie nicht jedermann begrüßt. Ob sich der erhoffte Erfolg einstellt, ist dann abzuwarten..

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28 Black goes classic

von Maurice Lesezeit 3 min
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