1. Email an Verbraucherzentrale Hamburg (bzgl.: Energy Drinks ab 18)

Maurice 31. Oktober 2012 0
1. Email an Verbraucherzentrale Hamburg (bzgl.: Energy Drinks ab 18)

Nachfolgend eine Email an die VZHH, Betreff ist die Forderung der Zentrale, Energy Drinks ab sofort ab 18 zu verkaufen. Ich bitte einmal um Meinungen.

„Guten Tag,

ich trete mit folgendem Anliegen an Sie heran. Ich melde mich bei Ihnen aufgrund Ihrer Forderung, Energy Drinks in Zukunft erst ab einem Alter von 18 zu verkaufen.

Ich selber bin in der Getränke-Szene unterwegs und bekomme daher die Meinungen der Leute mit. Persönlich wäre ich nicht von dem Verbot betroffen, allerdings möchte ich Sie auf einige Sachen hinweisen:

1) Dosierungen von Energy Drinks in den USA sind um einiges höher als hier in Deutschland. Man kann daher nicht von den Vorfällen in den USA direkt (und voreilig) auf „mögliche künftige Vorkommnisse“ hier in Deutschland schliessen. Vor allem die Grössen der Verpackungen (710ml, 946ml), die es ebenfalls nur in den USA gibt, spielen hier eine wichtige Rolle. Dies ist nicht zu vergleichen mit dem deutschen Markt, der mehr oder weniger durch 250ml Produkte dominiert wird.

2) Es ist davon auszugehen, dass der Todesfall mit einem Herzleiden zusammenhängt – von einem selbstverschuldeten Einzelfall direkt auf die Mehrheit zu schliessen wäre fatal.

3) Natürlich werden Energy Drinks bevorzugt, da sie durch Design und Geschmack eher die „jüngere“ Generation anlocken – aber auch Kaffee wird in Deutschland von Jugendlichen konsumiert, warum wurde der noch nicht verboten?

4) Generell spricht nichts gegen eine Altersgrenze, allerdings würde ich die auf „16“ setzen. Meiner Meinung nach gab es da schon Versuche, die wurden aber aus irgendwelchen Gründen nicht ordentlich umgesetzt. Ich stimme Ihnen zu, dass Kinder in einem Alter bis 16 keine Energy Drinks verkauft bekommen sollen.

5) Energy Drinks erst ab einem Alter von 18 zu erlauben würde unweigerlich zu einem Einbruch der Absatzzahlen führen, da viele Energy Drinks, wie oben schon erwähnt, eben für die „jüngeren“ konzipiert werden.

6) Wie am Beispiel Alkohol und Zigaretten zu sehen, führen Verbote unweigerlich zum Konsum. Was das bedeutet, können Sie sich sicherlich schon selber denken.

7) Energy Drinks auf eine Stufe mit Alkohol und Zigaretten zu stellen würde dem Ruf von Energy Drinks schädigen.

Alles in allem finde ich den Moment Ihrer Forderung unvorteilhaft gewählt. Da noch keine Langzeitstudien bestehen, hätte ich diese erst abgewartet, bevor man damit an die Öffentlichkeit geht. Nun zerreissen sich die Medien den Mund mit Unwahrheiten über Energy Drinks, allen voran die „Bild„. Viele Leute glauben dem, was die Medien nun darstellen und bilden sich eine schlechte Meinung über solche Getränke. Allgemein klingt die Forderung eher nach „unüberlegt“, da sie im Kontext der Todesfälle in den USA gebracht wurde. Noch einmal der Hinweis: Man kann Energy Drinks aus den USA nicht mit deutschen vergleichen!

Weiter im Kontext:

8) Beispiel Discos: Ihnen ist bewusst, dass Alkohol in Discos erst ab 18 ausgeschenkt werden? Auch die These, dass der Konsum von Energy Drinks gefährlich wird, wenn man danach in der Disco körperliche Anstrengung begeht, klingt in den Ohren der Leser unzweifelhaft lächerlich.

9) Im Punkt „Energy Shots“ muss ich Ihnen zustimmen, allerdings mit einem Kritikpunkt: Aufgrund der Länge der Passage sowie der detailierten Beschreibung der Gefahren und deren Ursachen lässt man den unwissenden Leser denken, dass Energy Shots eine weit verbreitete Gefahr darstellen. Tatsächlich ist es so, dass Energy Shots nur einen kleinen Teil der „Energy Drink Welt“ darstellen, somit zwar erwähnenswert sind, aber nicht relevant für das Problem mit normalen Energy Drinks. Energy Drink Shots sind längst nicht so gut verkauft wie normale Energy Drink Dosen.

Ich möchte Ihnen mit dieser Email in keinem Punkt zu nahe treten, sondern nur meine und die Meinung vieler anderer Energy Drink Konsumenten darstellen. Bitte versuchen Sie nicht, jemanden schützen zu wollen, der gar nicht geschützt werden will! Jeder, der ein Produkt kauft, ist selbst dafür verantwortlich, es sind nicht die Hersteller oder Verkäufer, die daran Schuld sind!

Ich wäre Ihnen sehr verbunden über eine Antwort!“

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1. Email an Verbraucherzentrale Hamburg (bzgl.: Energy Drinks ab 18)

von Maurice Lesezeit 3 min
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