[Kommentar] Energy Drinks: Wachmacher oder Alltagsgetränk?

Maurice 21. Februar 2016 0
[Kommentar] Energy Drinks: Wachmacher oder Alltagsgetränk?

Energy Drinks sind bei Vielen mittlerweile nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Man greift vor der Arbeit danach oder wenn man gerade von der Müdigkeit wieder eingeholt wird, vermehrt allerdings auch zwischendurch – einfach so. Während Manche dem Thema eher kritisch gegenüberstehen, da ihnen der Geschmack nicht bekommt, greifen zunehmend Jugendliche zu dem Getränk, um sich wachzuhalten. Doch können Energy Drinks überhaupt noch als Wachmacher angesehen werden oder gelten sie mittlerweile quasi als „Erfrischungsgetränk mit dem Extra-Kick“?

Koffein – die Droge mit unerwünschten Nebenwirkungen

Wenn man umherfragt, kommt doch das ein oder andere Mal die Antwort, dass die Kombination aus Taurin und Koffein vereinzelt Herzrasen verursacht oder den Konsumenten länger wachhält, als es eigentlich gewünscht war. Eine Reihe stehen den Getränken aufgrund des Rufes von vorneherein ablehnend gegenüber und schwören auf Kaffee. Und dann gibt es eine Großzahl, die aussagt, dass Energy Drinks bei ihnen keine merkliche Wirkung hätten bzw. wenn, ihnen diese gar nicht auffallen.

Sein die gesundheitlichen Folgen bei regelmäßigem Konsum einmal außen vor gelassen, so steht fest, dass zum Beispiel Koffein „süchtig machen“ kann. Der Körper gewöhnt sich an die Zufuhr des Wachmachers, psychologisch wie auch körperlich. Es entstehen Gewohnheiten, man greift in täglich passierenden Situationen danach; doch gerade diese Regelmäßigkeit kann sich negativ auswirken: Der Körper entwickelt eine Resistenz, man muss größere Menge zu sich nehmen, um eine gewisse Wirkung zu erzielen.
Obgleich jeder Körper in diesem Falle individuell reagiert, sind die Entzugserscheinungen bei Absetzen der der täglichen Dosis häufig gleich. Viele klagen über Kopfschmerzen, Unwohlsein und Reizbarkeit, was sich nach circa ein bis zwei Wochen wieder gelegt haben sollte.

Energy Drinks und ihr falscher Platz in der Gesellschaft

Gewiss reizt es, mit einem Energy Drink in der Hand inmitten der Freunde zu stehen. Immerhin gelten diese dank der gut platzierten und gut formulierten Werbemaßnahmen seitens der Hersteller, die sogar schon den Weg in die TV-Werbung gefunden haben, als hip und angesagt. Dies hat zur Folge, dass sich Red Bull & Co. zu „Gesellschafts-Getränken“ gemausert haben, denn „wenn er sich das kauft, dann kann ich das auch einmal probieren“.

Hier besteht das Problem, dass unterdessen und gerade in den letzten Jahren immer mehr Minderjährige in diesen Sog gezogen wurden, obwohl der Konsum für die noch nicht vollständig ausgewachsenen Körper möglicherweise schädlich sein könnte. Zwar versucht man, mit der Reklame die Gruppen der Leistungssportler, Studenten und Arbeiter anzusprechen (Bezug: Aufschrift auf Red Bull Dosen), die leichte Zugänglichkeit und der süße Geschmack wirkt aber anziehend für die Heranwachsenden.

Kaffee - Energy Drink - Cola

„Bitte eine Dose Kaffee mit Tropical-Flavor!“

Apropos Studenten, hier konnte ich persönlich die größte Beliebtheitssteigerung feststellen. Da für einige Hersteller dies die geeignete Zielgruppe ist, wurde die Werbung so konzipiert, dass man im Endeffekt im Jahr 2016 während des Studiums und in intensiven Lernphasen quasi keine andere Wahl mehr hat: Lieber eine Tasse Kaffee oder einen Energy Drink zur Lektüre?
In dieser Bevölkerungsgruppe gelten die Wachmacher definitiv als Alltagsgetränk, das zudem immer weniger für die Wirkung, als für den Geschmack getrunken wird.

Aufgrund der oben beschriebenen fraglichen Wirkung, was auch vom Aufbau der Resistenz herrührt, tendiert man momentan eher in Richtung „Energy Drink als Erfrischungsgetränk“. Herkömmliche Cola mit einem Koffeingehalt von 10mg/100ml hat sich ebenfalls als solches etabliert, obwohl sie einige Jahre nach der Erfindung immer noch als „stärkend“ verkauft wurde.
Da man auch in der Energy Drink Branche (zumindest teilweise) eingesehen hat, dass es sinnlos ist, weitere Red Bull-Klone auf den Markt zu werfen, bekennt man sich öffentlich zu einer größeren Geschmacksvielfalt, was tropische Aromen und wilde Fruchtmixe auf den Plan ruft. Ein einfaches Spiel für gewiefte Marketingabteilungen, die nun Energy Drinks nicht nur mehr als Muntermacher, sondern des Geschmackes wegen anpreisen können.

So gesehen sind Energy Drinks damit ein gut ausgeklügeltes Marketing-Konzept, dass sich seinen eigenen Markt zwischen Fruchtsaft, Cola und Kaffee geschaffen hat und durch Werbung aufgepushter ist, als sie eigentlich sind.

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[Kommentar] Energy Drinks: Wachmacher oder Alltagsgetränk?

von Maurice Lesezeit 3 min
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